Offene Tage in den Ateliers an der Universität der Künste Berlin

Junge Kunst Berlin

Junge Kunst in Berlin 
Vom 13. bis 15. Juli 2012 schloss die Universität der Künste in der Hauptstadt wieder Tür und Tor auf – ein kleiner Rundgang durch die Tage der geöffneten Ateliers.
Von  Carmen Stirnweis

So ganz konnte sie sich nicht durchsetzen, die Sonne an diesem Wochenende. Dem bunten Treiben in der größten Kunsthochschule Europas tat dies indes keinen Abbruch, im Gegenteil: Die zahlreichen Besucher nutzten die verregneten Abschnitte für eine aufmerksame Bestandsaufnahme der Nachwuchskunst, die sonnigen Momente für eine entspannte Pause in den Höfen und Parkanlagen. Selbst die Hunde genossen das Spektakel sichtlich und trabten neugierig neben ihren Besitzern durch die Zuschauermenge oder räkelten sich wohlwollend auf dem Rasen.
Zu sehen gab es Einiges. Da sind zuerst einmal die großflächigen Räumlichkeiten der Universität der Künste an sich, also die Werkstätten, Studios und Proberäume. Die Hochschule beherbergt vier Fakultäten, nämlich Bildende Kunst, Musik, Gestaltung und Darstellende Kunst. Die Tage der geöffneten Ateliers gewähren nicht zuletzt einen Einblick in die Voraussetzungen, unter denen die Nachwuchskünstler arbeiten, und ja: die Voraussetzungen sind günstig. Von der Arbeit mit Stoff über  den Aufbau von Mauern bis hin zur Deckeninstallation, alles ist möglich, und der kreativen Potenz der Studierenden ist keine Grenze gesetzt, so macht es den Eindruck. Faszinierend sind auch die alten und stämmigen Maschinen für die Herstellung von Lithografien, also Steindrucken, die den interessierten Blicken der Besucher würdevoll standhielten.

Junge Kunst Berlin

Zum anderen sind da die Werke selbst. Während aus den oberen Stockwerken Musik drang, wurde im Erdgeschoss eine vielfältige Mischung aus Malerei, Video Art, Performance und vieles mehr gezeigt. Vor allem der Eingangsbereich brachte die Auseinandersetzung der jungen Künstler mit dem eigenen kreativen Ich zum Vorschein, da die Artefakte mit persönlichen Hintergrundberichten versehen waren. Wo sonst bekommt man eine derart genaue Einsicht in den Schaffens- und Entwicklungsprozess von Kunstwerk und Künstler, wo sonst kann man die ersten zaghaften Versuche neben den Meisterwerken sehen? Die Universität der Künste bot am Wochenende einen wirklich erfrischenden und vielversprechenden Rundgang durch die Nachwuchskunstwelt.